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7. Etappe: Das Colorado Plateau
In Las Vegas verbringen wir noch ein paar Tage. Jetzt hatten wir den Bogen ja raus: Auf dem Parkplatz vom Luxor kostenlos übernachten, tagsüber den phantastischen Pool mitbenutzen und abends das erleuchtete Las Vegas fotografieren. Es gibt viele neue Hotels, New York New York mit Freiheitsstatue, Venetian mit Gondeln, Paris mit Eiffelturm und natürlich die vielen Shows.
Ende Mai, bevor wir Richtung Norden fahren, werden wir noch einmal in Las Vegas übernachten.
Jetzt zieht es uns erst noch einmal für weitere 5 Tage ins Death Valley, es wird allerdings fast nur bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang fotografiert (meist die Dünenformationen) und tagsüber liegen wir am Pool des Campgrounds, bei durchschnittlich 35 Grad C das einzig Wahre. Allerdings fahren wir auch einmal zum Ubebe Crater. Für einige Gebiete, z.B. das der rollenden Steine, fehlt uns leider ein Allradauto.
Ich weiss, dass hört sich jetzt nach Urlaub und Faulenzen an, nachträglich würde ich eher sagen, es war die Ruhe vor dem Sturm, und unser "Sturm" hiess Gran Canyon:
Leider hatten wir
von zu Hause aus (Internet) kein Reservierung für eine Übernachtung
auf der Phantom Ranch auf dem Grund des Canyons bekommen, und so
stehen wir tapfer jeden Morgen um 5 Uhr auf, um uns auf eine Warteliste
setzen zu lassen, es sagen ja immer mal Leute ab.
Am dritten Morgen,
zu Heiners Freude und meinem leichten Entsetzen klappt es dann: Wir
dürfen im Grand Canyon übernachten!
Um 9 Uhr haben wir
unsere Rucksäcke gepackt und starten den Abstieg über den South
Kaibab Trail, 10,2 km lang, 1460 Höhenmeter und überwiegend
ziemlich steil und ohne Schatten. 5 Stunden, inklusive Rast und Fotostops,
benötigen wir für den Abstieg, belohnt werden wir für die
Mühe mit unvorstellbar schönen Ausblicken.
Unten ist es heiss
(38 Grad C) und windstill, aber wir können uns ja ausruhen und verleben
noch einen wunderschönen Nachmittag vor unserer Hütte, direkt
am Flussufer.
Am nächsten
Morgen um 7:00 Uhr beginnt der Aufstieg. Diesmal gehen wir den Bright
Angel Trail, etwas länger (15,6km) dafür in der ersten Hälfte
nicht so steil und mit gelegentlichem Schatten.
Leider habe ich
noch einen ziemlichen Muskelkater vom steilen Abstieg am Tag zuvor, auch
Heiner spürt seine Waden. Aber es nutzt nix, die Esel sind ausgebucht
und im übrigen ist das natürlich auch eine Frage der Ehre. Inklusive
Rast brauchen wir für den Aufstieg 8 Stunden.
Ich will auch nicht
verschweigen, dass Heiner auf der letzten Meile meinen Rucksack getragen
hat, obwohl er auch ziemlich kaputt war. Beide haben wir noch 2 Tage danach
Muskelkater.
Trotzdem ist es
ein phantastisches Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Unsere Reiseroute
führt uns wieder nach Page, diesmal besuchen wir den Lower
Antelope Canyon. Auf Leitern klettert man durch einen Felsspalt
in die Erde und geht den manchmal nur 50 cm schmalen Canyongrund entlang,
nur wenig Licht fällt durch einen schmalen Felsspalt von oben Nach
etwa 1 KM steigt man über 3 Leitern wieder nach oben.
Vor 4 Jahren sind
hier 11 Touristen bei einer Flash Flood umgekommen, aber uns wird von den
Navajo Indianern, die diesen Canyon besitzen, gesagt, man habe jetzt zur
Sicherheit Strickleitern auch unterwegs angebracht, so dass man im Notfall
schnell hinausklettern könne.
Auf unser nächstes
Ziel, das Gebiet der North Coyote Buttes, freuen wir uns ganz
besonders. Nur 10 Besucher werden hier täglich hineingelassen.
Vor ca. 6 Jahren
hat Heiner in einem Buch wunderbare Fotos von Sandsteinformationen gefunden,
"The Wave" wurden sie genannt. Leider bewahrten alle einheimischen
Fotografen das Geheimnis, wo denn dieses Gebiet liegt.
Heiner hat es schliesslich
herausgefunden, und schon vor einem Jahr haben wir uns (über Internet)
die Permits besorgt, gleich für 6 Tage (9.-12.5. und 24.-25.5.) .
Wir fiebern dem
ersten Tag entgegen. Von Page aus eine Stunde Fahrt, dann noch 40 Minuten
Schotterstrecke zum Wire Pass Trailhead. Beim Ranger melden
wir uns an und bekommen erst dann eine "Wegbeschreibung" , d.h. eine Beschreibung
der landmarks, auf die wir achten sollen, denn einen richtigen Weg
gibt es nicht. Einige Besucher haben diese "Wave" nie gefunden, und ein
Kompass wird auch empfohlen. Etwa 2 Stunden Hinweg und 2 Stunden
zurück, wir haben sie gefunden!
Gut, dass wir vorsichtshalber für 6 Tage vorgesorgt haben, denn am zweiten Tag gibt es einen fürchterlichen Sandsturm (bis 100km/h Windgeschwindigkeit), vor dem wir uns (und unsere Kameras) gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können.
Weitere Perlen dieser Region sind die zahlreichen Slot-Canyons. Endlich haben wir nicht nur Zeit für die bekannten Lower und Upper Antelope Canyon in Page, sondern auch für den Little Wildhorse Slot Canyon im Gebiet des Goblin Valley State Park (war leider Sonntag und den "Geheimtipp" kannten mindestens weitere 50 Besucher). Water Holes Canyon bei Page (als er nur einen Meter breit war, lag natürlich eine Schlange da und wir müssen vorbei), Wire Pass Slot Canyon (wunderbar) und natürlich der König aller Slot Canyons: Buckskin Gulch, über 20km lang (wir haben nur den interessantesten Teil, die "Narrows" erwandert, übrigens durch etliche "Muddy Pools", wegen Trockenheit glücklicherweise nur max. 60 cm tief).
Wir haben auch noch
weitere Nationalparks des Colorado Plateaus besucht und uns vorgenommen,
das nächste Mal eine Tour mit einem Allrad-Wagen zu machen. Es gibt
etliche interessante Ziele, die wir mit unserem Wohnmobil nicht erreichen
konnten, besonders im neuen Grand Staircase - Escalante National Monument.
Ende Mai sind wir
noch einmal 3 Tage in Las Vegas, und tanken bei über 40 Grad täglich
die nötige Hitze für unsere Tour in den Norden.