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6. Etappe: Von New Orleans nach Texas

Leider haben wir es irgendwie geschafft, an einem Freitag in New Orleans anzukommen, so dass alle Hotels im French Quarter, ausgebucht sind.
Aber der 20 Meilen entfernte KOA Campground hat einen Shuttle, so dass wir dann doch noch ganz zufrieden sind und zwei Tage lang ohne Parkprobleme durch New Orleans bummeln können.
Tatsächlich, hier sitzt an jeder zweiten Straßenecke ein Trompetenspieler, vereinzelt hören sie sich allerdings an, als ob sie ihr Instrument erst zum letzten Geburtstag geschenkt bekommen hätten. Einige wenige , meist kleine Bands, sind aber auch ausgezeichnet.
Ausser den Musikern sehen noch etliche Kleinkünstler hier gute Verdienstmöglichkeiten, (ähnlich wie in Key West), auch hier von unterschiedlicher Qualität. Vor allem fällt uns die riesige Anzahl von Wahrsagern auf, die zu unserer Überraschung auch meist noch Kundschaft haben. Wir geniessen auch das angenehme Klima (ca. 24 Grad C)
Über Baton Rouge und Lafayette fahren wir nun Richtung Texas, und freuen uns darauf, unsere Tochter Nina in Houston vom Flughafen abzuholen zu können, sie wird uns für 3 Wochen besuchen, wir wollen ihr einige der schönsten Landschaften der Welt am Colorado Plateau zeigen.
Um ihr die Weite des Landes zu demonstrieren :-) durchqueren  wir erst einmal die etwa 600 Meilen zum Big Bend NP an der Westgrenze von Texas. Danach geht es auf einsamer Landstrasse zum  Guadelupe Mountains NP.
Mehrmals kommen wir in Texas in der Nähe der mexikanischen Grenze in Kontrollen. Die Grenze ist zu riesig, und so werden jeweils nur die Ausfallstrassen kontrolliert.
In New Mexico liegt zunächst der Carlsbad Caverns NP auf unserem Weg, ein riesiges Höhlensystem und auch dann überwältigend, wenn man die Dechenhöhle vor der Haustür hat.
Ab dem White Sands NM in New Mexico bewegen zumindest Heiner und ich uns auf vertrautem Gebiet, denn bis hierher hat uns schon eine frühere Reise in den Westen der USA geführt. White Sands ist eines unserer Lieblingsgebiete, vermutlich weil die tatsächlich reinweissen Gipsdünen mit entsprechendem Himmel/Licht eine photographisches Highlight darstellen.

Heiner hatte eine sehr interessante Tour für Nina zusammengestellt, und so folgt ab jetzt ein Höhepunkt dem nächsten: Petrified Forest NP mit den versteinerten Bäumen, die wie riesige Halbedelsteine in der Landschaft verstreut sind, und dann natürlich der Grand Canyon NP, beim Sonnenuntergang einfach atemberaubend.
Heiner spendiert uns sogar einen Hubschrauberrundflug, er selbst hat  ihn schon einmal vor 5 Jahren gemacht.
In Page besuchen wir den Lake Powell, der Colorado wurde hier vor etwa 40 Jahren gestaut, nach Fertigstellung des Hayden Damms vergingen noch einige Jahre, bis der See vollgelaufen war. Ein von Naturschützern umstrittenes Programm, aber ein Segen für die Freizeitsportler - ein See in der Wüste. Auf einer 5-stündigen Bootsfahrt fahren  wir zur Rainbow Bridge, einem riesigen natürlichen Steinbogen und  Heiligtum der Indianer, die diese Bootsfahrten auch veranstalten. (Die Fahrt kostet 160 DM pro Person, es wird behauptet, die Indianer holen sich auf diesem Wege zurück, was ihnen der Weisse Mann einst geraubt hat :-))

Es folgt auch noch in Page, ein Besuch des Antelope Canyons (phantastisch zu fotografieren), weiter geht es zum Monument Valley, Kulisse unzähliger Westernfilme, zwei wunderschöne Wanderungen machen wir im Arches NP (auch einer unserer Lieblingsparks), durch Canyonlands NP und Capitol Reef NP erreichen wir schließlich den Bryce Canyon NP.
Während es bisher zu unserer Überraschung und Freude angenehm warm war (tagsüber 20-25 Grad C), sinken hier die Temperaturen erheblich, in einer Nacht schneit es sogar ein wenig. Zu einer Kaltfront kommt hinzu, dass der Bryce Canyon von allen Nationalparks am Colorado Plateau am höchsten liegt, nämlich auf fast 3000m.
Durch den Zion NP erreichen wir Death Valley NP und frieren nicht mehr, denn  hier liegt Badwater, mit -86m der tiefste und auch heißeste Punkt der USA.

Der Abschluss der Rundreise mit Nina ist  Las Vegas, wir sind auch ganz froh, nach den vielen Nationalparks mal wieder Stadtluft zu schnuppern. Zum krönenden Abschluss wollen wir die Nacht mal nicht im Wohnmobil, sondern in dem pyramidenförmigen Hotel Luxor verbringen. Wir müssen wegen der Osterwoche $200 Dollar bezahlen, aber Heiner verspricht "das hole ich mir heute abend wieder" und was soll ich sagen, er hat am einarmigen Banditen tatsächlich am gleichen Abend $200 gewonnen.
Da auch Nina und ich den Kampf gegen die einarmigen Banditen gewinnen, ist Las Vegas ein wirklich schöner Abschluss für sie.

Wir bringen Nina zum Flughafen Las Vegas und bleiben noch einige Wochen  am Colorado Plateau, um  einige Orte noch einmal in Ruhe zu besuchen.