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3. Etappe: Von den Niagara Falls zum Indian Summer nach Neuengland

 Über Kanada geht es zu den Niagara Fällen. Die Fälle sind ein grandioses Naturschauspiel, ebenso grandios vermarktet, wie eine riesige Kirmes, für immerhin 14 Mill. Besucher/Jahr.
Wir übernachten einfach 2x auf dem Parkplatz des Imax-Theaters, 5 Min von den Fällen entfernt und näher als jeder Campingplatz.
Natürlich haben wir auch die "Tour behind the Falls" gemacht und als Andenken nun zwei Marilyn Monroe-gelbe Regenumhänge bekommen. Als wir allerdings bemerken, dass aus einer Tunnelwand Wasser fliesst, machen wir schnell die Fliege (Statiker sei wachsam!).

Wegen der etwas verspäteten Laubfärbung fahren wir kurzentschlossen zuerst an die Atlantik-Küste von Maine, bis hoch zum Acadia NP. Maine begrüsst uns mit dem Eingangsschild: "Maine, the way life should be", wenn das kein Empfang ist!

Der Kontinent ist  am 25.9. um 19:00 durchquert, nach fast 10 000 km erreichen wir den Atlantik.

Maine bietet eine schöne rauhe Küste mit weit ins Meer ragenden Landzungen, vielen pittoresken Leuchttürmen, den Acadia NP und Lobster, Lobster, Lobster, wie bei uns die Frittenbuden reiht sich hier ein Lobster-Stand an den anderen. Wir beginnen zaghaft mit 1 lb, die Gebrauchsanweisung (how to eat a lobster) hatten wir vorher sorgfältig studiert.
Über eine Woche verbringen wir in Maine , auf teilweise traumhaft schönen Campgrounds direkt am Strand, das Wetter ist auch einladend, über 20 Grad, wenigstens tagsüber. Für die Nächte hat sich Renate bereits mit einer Wolldecke und einem Flanellnachthemd versorgt.

Ein Höhepunkt soll noch das Whale-Watching werden, Renate hatte da mal einen Bildband aus Alaska gesehen mit riesigen Walen, die sich in optimaler Foto-Position direkt  vor dem Boot aus dem Wasser katapultieren, um mit einem letzten Gruss ihrer riesigen Schwanzflosse auf Tauchstation zu gehen, alles natürlich bei strahlend blauem Himmel.
Unser Whale-Watching verläuft leider etwas anders: - grauer Himmel -kalter Wind - wenig Wale - nur gelegentlich Teile von Rückenpartien (ich glaube wegen des mangelden Grössenvergleichs wird das später auf meinem Foto aussehen wie eine Forelle). Heiner hat seine Kamera gar nicht erst ausgepackt.
Aber, ganz zum Schluss dann doch noch wenigstens eine Schwanzflosse ganz nah, das versöhnt etwas. (Naja, zu Hause muss ich feststellen, dass das Bild unscharf ist, ging wohl alles etwas schnell!)
Als wir ein paar Tage später mit einem anderen Fotografen an einer Brücke unsere Stative aufbauen, erzählt uns dieser, dass in New Hampshire der Indian Summer auf dem Höhepunkt sei.
Wir schauen uns an, das Auto ist immer startklar, und schon sind wir wieder auf dem Weg nach Westen. Zum Abschied essen wir allerdings noch einmal einen Hummer, diesmal zeigen wir auf die Kiste mit den grossen Exemplaren. Was für eine Schlemmerei, aber Maine ist ja schliesslich Lobsterland.
Je weiter wir nach NW Richtung White Mountains kommen, desto mehr beginnen die Farben der Blätter zu explodieren. Indian Summer wir kommen!
Als wir jedoch nach der ersten Nacht in New Hampshire aufwachen, gibt es eine Überraschung: Am Tag zuvor noch 22 Grad und Badehose in Maine und nun Frost. Nach dem ersten Schreck sehen wir die Vorteile: Herbstlaub mit gefrorenen Spitzen lassen sich besonders gut fotografieren und sind noch dazu selten.
Fast eine Woche bleiben wir in N.H. und fahren durch die unglaubliche Farbenpracht. Wenn es auch nicht immer einfach ist, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein,  erleben wir doch häufig wunderbare und wechselnde Lichtstimmungen. Die schönsten Motive finden wir nicht an den üblichen Hauptrouten der 'Leafpeeper', sondern in den kleinen Nebenstrassen. Allabendlich schliessen wir allerdings  Jan Steinman aus Oregon in unser Nachtgebet ein, er hat uns schliesslich Mitte August in letzter Sekunden eine Elektroheizung als Leihgabe 'aufgeschwatzt'.
Vermont ist unser nächstes Ziel. Neben den unglaublichen Farben des Indian Summer fallen hier besonders die (selbst für Europäer) idyllischen Städtchen und phantasievollen Haus(-tür) - Dekorationen auf. Heiner interessiert sich besonders für die Covered Bridges (bekannt aus dem Film "Die Brücken am Fluss"), über 100 gibt es allein davon  in VT.
Nach 1500 Meilen erreichen wir wieder Wilmington im Süden von Vermont. Hier haben wir vor ca. 3 Wochen unsere Neuengland-Rundfahrt begonnen. Natürlich übernachten wir wieder auf dem Friedhof(s-Parkplatz) mit dem doppeldeutigen Schild "Restland".

Unser nächstes Ziel ist Pennsylvania, und hier die Region der Amish People. Doch zunächst passiert uns eine unglaubliche Geschichte: