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2. Etappe: Vom Yellowstone NP über die Great Lakes nach Chicago
Wir fahren gemütlich
, schauen uns viel an, und erreichen nach einer Woche einen unserer Lieblingsparks,
den Yellowstone NP. Eine Woche wollen wir dort verbringen. Weil
wir zum zweiten Mal hier sind, wissen wir schon recht gut, welche Plätze
die fotografisch interessantesten sind. Besonders morgens steigt der dampfende
Nebel aus allen Wiesen empor, und auch dieSonnenuntergänge am Great
Fountain Geysir sind immer wieder schön.
In unserem Wohnmobil
können wir hervorragend schlafen, und abends wird lecker gekocht
(New York Steak , Tenderloin, Lachssteak, Garnelen) . Heiner geniesst das
Essen mit Millers Genuine Draft Bier, ich bevorzuge Chardonnay.
Wir übernachten
auf Campgrounds, aber auch gelegentlich auf Casinoparkplätzen, Supermarktparklätzen
(Vorteil: Morgenzeitung und frische Brötchen)!, oder auch mal mitten
im Wald.
Kontakt mit Familie
und Freunden halten wir über Telefon, vor allem aber über das
Internet (emails). Jeder kleinere Ort hat eine „Public Library“ und jede
dieser Büchereien hat Internetzugang, den man kostenlos nutzen kann.
Weitere Höhepunkte
bietet das Stück zwischen Yellowstone NP und den Great Lakes.
Am besten gefällt uns die amerikanische Antwort auf das englische
Stonhenge im Süden von Nebraska: Carhenge.
Alte Autos stecken originalgetreu nach dem Stonhenge Muster im Boden, und
vermarktet ist das ganze auch noch nicht richtig - eine Seltenheit bei
so fotogenen Sehenswürdigkeiten. Weiter auf unserer Tour liegen noch
Crazy Horse National Memorial, Mount Rushmore NM, Badlands
NP und der Theodor Roosevelt NP in North Dakota.
Etwas zäh zieht
sich dann das letzte Stück bis zum Erreichen der Great Lakes - die
Great Plains - flaches Land, links ein Heuballen, rechts eine
Kuh, das spart Filmmaterial :-(((
Weiter Richtung
Osten, durch Minnesota, keine Highlights (ausser Mississippi-Quelle
am Itaska Lake) aber weiter Regen, leicht entnervt, plötzlich
Sonntag Abend 18 Uhr links raus, Casino gesehen am Lake/Minnesota (Indianerreservat!),
kostenloser Parkplatz mit Stromanschluss, ins Casino rein, Heiner 75 Dollar
gewonnen, Renate 50 verloren, also insgesamt noch im Plus.Lecker
gekocht, (Heiner sagt jetzt "Bocuse" zu mir, geschlafen und am nächsten
Morgen scheint endlich wieder die Sonne.
Dann eine
Mammuttour (270 mi), weil wir unbedigt die Great Lakes erreichen wollen
und abends stehen wir auf einem wunderbaren Campingplatz direkt am Lake
Superior
- die Welt ist wieder in Ordnung.
Leider wird unserer
Ankunft in
Duluth nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt,
weil "Traumschiff" C. Columbus von Hapag Lloyd gerade vor Anker gegangen
ist.
Da jedes der dort
zahlreichen Indianerreservate ein Casino hat, haben wir uns bezüglich
der Übernachtungen für das Casino-Hopping entschieden, das heisst
Overnight-Camping, meist mit Strom und Wasser, direkt vor dem Casino, alles
kostenlos. (Natürlich haben wir auch gegambelt).
Unsere Berechnungen
haben ergeben, dass unser 6-Zylinder nur ca. 14 l verbraucht, das ist eine
angenehme Überraschung.
Wir kaufen köstlichen
frisch geräucherten smoked salmon und trout (die Great Lakes sind
das grösste Süsswasserreservoir der Welt).
Freitag umrunden
wir die Peninsula von Green Bay/Wisconsin, niedliche kleine Badeorte,
Golfplätze, Leuchttürme und Sanddünen. Der See wirkt hier
eher wie das Meer. An den geparkten Autos und der Kleidung der Gäste
ist zu sehen, dass hier die upper class Urlaub macht.
Jetzt haben wir langsam
genug frische Seeluft getankt und uns ist nach City. Also auf nach
Chicago.
Der Reiseführer sagt: Parken am Soldier Field, dann 30 Minuten downtown
zu Fuss. Das wollen wir machen, aber 60 000 andere scheinen die gleiche
Idee zu haben. Dann erfahren wir, dass auf dem Soldier Field gerade heute
und gerade jetzt die Chicago Bears (Football Team) Saisoneröffnung
haben, mit freiem Eintritt und $40 ! Parkgebühr. Wir ergreifen die
Flucht und mieten uns für 4 Tage in einem Motel 6, ca. 45 Min. entfernt,
ein.
Am nächsten
Tag klappt es mit dem Parken. Chicago ist eine sehr schöne
Stadt mit einer beeindruckenden Skyline.
Natürlich sehen wir
uns einen Sonnenuntergang vom Sears - Tower an, 443m hoch, machen
eine Stadtrundfahrt und die Kameras laufen endlich wieder heiss. Abends
gibt es mal wieder TV und wir sind froh, noch nicht an der Ostküste
zu sein, wo Wirbelsturm Floyd wütet.
Am 16. September,
meinem Geburtstag, brechen wir auf, um die 250 mi nach Monroe/Michigan
zu
fahren, wo Shirley und George Steinman vom örtlichen Fotoclub auf
uns warten (auch eine Internetbekanntschaft). Sie nehmen uns herzlich auf
und beherbergen uns eine Woche auf ihrer Farm, reparieren Kleinigkeiten
am Auto und Heiner bekommt eine Einweisung in das Treckerfahren.
Auch hier fällt
der Abschied schwer, aber uns zieht es weiter.